Wölfe holen doppelte Ausbeute

Auch ohne Trainer Andreas Blankenstein haben die Floorball-Herren des TV Lilienthal ihr erfolgreichstes Wochenende seit dem Aufstieg in die Bundesliga gefeiert. Während Blankenstein krank das Bett hütete, entzauberten die Wölfe erst am Sonnabend den Playoff-Kandidaten MFBC Leipzig in dessen Halle mit 6:5 (0:0, 2:1, 3:4) nach Verlängerung und schlugen einen Tag später BAT Berlin mit 5:4 (2:1, 1:0, 2:3) – es war der erste Heimsieg der Lilienthaler Bundesliga-Geschichte. „Es war wichtig, dass wir auch mal in engen Spielen die Nerven behalten haben, und das gleich zweimal“, jubelte Kapitän Andre Heißenbüttel: „Wir haben jetzt schon fünf Punkte, die kann uns niemand mehr wegnehmen. Ich glaube, dass die Fans mit uns in dieser Saison noch viel Freude haben werden.”

Dabei hatte die Partie in Leipzig mit dem üblichen Leid der Wölfe in Überzahl begonnen. Bis Mitte des zweiten Drittels standen die Gäste fast sechs Minuten mit einem Mann mehr auf dem Parkett, kassierten dann aber das 0:1 durch Niklas Kujat (29.). Marc-Oliver Bothe (35.) und Dennis Heike (39.) fanden mit ihren Toren aber die richtige Antwort. Und auch nach dem Leipziger 2:2 durch Topscorer Christian Fritsche (42.) war Bothe zur Stelle und brachte Lilienthal wieder in Führung (46.). Dann drohte die Parte zu kippen: Erst glich Kujat aus (50.), dann mussten binnen 30 Sekunden Bothe und Heike auf die Strafbank. Leipzig bedankte sich mit zwei Powerplay-Toren durch Tomas Nowotny und Peter Dietel (beide 52.). Die Lilienthaler Moral war jedoch ungebrochen: Marc Lubes verkürzte nur eine Minute später, und Kapitän Andre Heißenbüttel glich in der 59. Minute zum 5:5 aus. Die Overtime dauerte nur zwölf Sekunden, dann verwandelte Bothe eine Heike-Vorlage zum sensationellen Siegtreffer.

Am Sonntag mussten die Wölfe gegen Berlin ebenfalls lange zittern. Heike (2.) und Bothe (11.) brachten die Gastgeber zwar schnell mit 2:0 in Front, Berlin bleib aber durch Ismael Hallbäck dran (18.). Auch Bothes 3:1 (28.) schockte die Hauptstädter nicht: Timo Krohne (41.) und Kai Inkinen (45.) glichen kurz nach Beginn des Schlussdrittels aus. Im Gegenzug war wieder Bothe zur Stelle und traf zum 4:3, doch durch ein Eigentor in der 48. Minute zog Berlin wieder gleich. Die Entscheidung fiel dann in doppelter Überzahl: Während zwei Berliner auf der Strafbank brummten, gelang Ole Appenrodt in der 58. Minute das 5:4. Trotz Unterzahl in der Schlussminute rettete Lilienthal den Vorsprung über die Zeit. „Es wurde Zeit, dass wir diesen Heim-Fluch brechen“, meinte Heißenbüttel: „Vielleicht können wir jetzt eine kleine Serie in eigener Halle starten.“

Fotos von der Partie gegen den MFC Löwen Leipzig findet ihr auf http://galerie.floorball-lilienthal.de
In Kürze erscheinen dort auch die Bilder der gestrigen Partie.