Pokalviertelfinale zwischen Lilienthal und Leipzig

    Der TV Lilienthal ist nur noch einen Schritt vom Final4 des Floorball DeutschlandPokals entfernt – doch für den brauchen die Wölfe wohl Siebenmeilenstiefel. Im Viertelfinale kämpft der Bundesligist am Sonntag beim Ligarivalen Löwen Leipzig um das Ticket für die Endrunde in Chemnitz, die Voraussetzungen sind allerdings nicht unbedingt optimal. Die Leipziger haben die Anstoßzeit in der vergangenen Woche auf 11 Uhr festgelegt.Für Lilienthal bedeutet das eine Abfahrt um 4.30 Uhr in der Nacht zum Sonntag. „Das ist für uns unbegreiflich.“, meint Pressesprecher Tobias Melde: „Für ein Viertelfinale ist das völlig unwürdig und unserer Meinung nach nicht zumutbar.“.

    Lilienthal hat beim Vorstand des Floorballverbands Deutschland (FVD) Protest gegen die Startzeit eingelegt und auf Mehrkosten, die frühe Abfahrtszeit und die Durchführungsbestimmungen des FVD verwiesen. Dort ist festgelegt, dass am Sonntag kein Bundesligaspiel vor 13 Uhr angesetzt werden darf. Die Erfolgsaussichten sind allerdings gering. Der FVD hat bereits angedeutet, dass die Regeln nur für die Liga und nicht für den Pokalwettbewerb gelten und 11 Uhr (und damit eine Abfahrt um 4.30 Uhr) durchaus als zumutbar erachtet wird. „Man müsste darüber schmunzeln, wenn nicht so viel auf dem Spiel stehen würde“, sagt Melde.

    Vor allem für die Leipziger geht es um eine Menge. Der Mitfavorit muss etwas überraschend um die Bundesliga-Playoffs bangen und kassierte einige unerwartete Niederlagen – unter anderem zuhause gegen Lilienthal. „Wir wollen ihnen nichts unterstellen, das ist klar“, stellt Melde fest: „Allerdings ist es schade, dass dem Viertelfinale durch unsere frühe Anreise der sportliche Wert zu einem großen Teil genommen wird. Wie dicht kann man an seine optimale Leistung herankommen, wenn man mitten in der Nacht zum Spiel aufbrechen muss?“ Trotz unglücklicher Bedingungen wollen die Wölfe ihren 6:5-Überraschungssieg aus dem September wiederholen und einen der größten Erfolge der Vereinsgeschichte feiern. „Wir wissen, dass es hart wird. Aber die Jungs sind schon öfter über sich hinaus gewachsen“, sagt Trainer Andreas Blankenstein.