Knappe Niederlage in Leipzig

    Im Floorball geht es manchmal um Millimeter, das musste Bundesligist TV Lilienthal am Sonntag mal wieder schmerzhaft erfahren. Zum Bundesliga-Auftakt waren die Wölfe beim MFBC Leipzig zu Gast, in einem intensiven Duell stand es im Schlussdrittel 5:6 aus Lilienthaler Sicht, als die Partie innerhalb von Sekunden zugunsten der Leipziger kippte. Dennis Heike traf für die Gäste mit einem verdeckten Schuss den Pfosten, der Abpraller landete beim MFBC, der sofort konterte und durch Jussi Talikka das 7:5 erzielte – es sollte die Vorentscheidung werden.  Sechs Minuten später stand die 6:9 (0:2, 4:4, 2:3)-Niederlage der Wölfe fest, und Coach Remo Hubacher haderte mit der Schlüsselszene. „Wenn wir in solchen Momenten cleverer sind, liegt mehr drin“, sagte der Schweizer: „Trotzdem stellt mich die Leistung grundsätzlich zufrieden.“

    In der Tat lieferten die durch acht Ausfälle geschwächten Lilienthaler eine ordentliche Auftakt-Vorstellung ab. Dass es nicht zu Punkten reicht, lag vor allem an zwei  prominenten Leipzigern: Der Tscheche Lukas Hruby und der Finne Talikka – zwei der Stars in der Bundesliga – schossen zusammen alle neun Tore für die Hausherren. Hruby traf im ersten Drittel doppelt und sorgte für eine 2:0-Führung. Nach vier Minuten im Mittelabschnitt  schien die Partie nach dem ersten Lilienthaler Tor durch Torben Kleinhans, aber auch weiteren drei Treffern der tschechisch-finnischen MFBC-Kombo schon fast gelaufen zu sein. Der Zwischenstand von 1:5 ließ für die Wölfe nichts Gutes vermuten, sie bissen sich jedoch zurück ins Spiel. Kapitän André Heißenbüttel, Neuzugang Janos Bröker und wieder Kleinhans verkürzten zwischen der 26. und 28. Minute innerhalb von 115 Sekunden auf 4:5.

    Danach blieb es eng. Talikka erhöhte vor der zweiten Pause wieder, Frank Brinkmann gelang das 5:6 in 54. Minute. Kurz darauf folgte dann der Knackpunkt mit Heikes Pfostenschuss und Talikkas Konter zum 7:5 für die Leipziger, die sich die Punkte dann nicht mehr nehmen ließen. Das sechste Lilienthaler Tor ging auf das Konto von Mark Oli Bothe, brachte aber keine Wende mehr. Lange ärgern wollte sich bei den Wölfen aber keiner. Der Leipziger Sieg sei verdient, fand Co-Trainer Daniel von der Heyde – aber: „ Wir sind mit der kämpferischen Leistung des Teams für den Saisonstart absolut zufrieden. Wir haben gesehen, woran wir arbeiten können und werden uns noch steigern. Dass wir dennoch schon eine gute Chance hatten, das Spiel zu gewinnen, stimmt uns optimistisch.“