Niederlagen am Doppelspieltag

    Heimspiel_Kaufering

    Auch am richtungsweisenden Doppelspieltag hat der TV Lilienthal nicht die sportliche Wende geschafft. Nach dem bitteren 5:6 (2:0, 2:1, 1:5) bei Aufsteiger SSF Bonn unterlagen die Wölfe auch den Red Hocks Kaufering mit 3:8 (1:3, 0:1, 2:4) und haben als Vorletzter der Floorball-Bundesliga bereits sechs Punkte Rückstand auf die Playoff-Plätze. „Wir haben gesehen, dass noch einige Herausforderungen auf uns zukommen“, sagte Kapitän André Heißenbüttel. Dazu gehört auch die Suche nach einem neuen Trainer.

    Coach Bastian Barthel hat im Einvernehmen mit der Abteilungsleitung sein Amt – unabhängig von der sportlichen Situation – niedergelegt. Das Studium lässt ihm zu wenig Zeit, um den Bundesligisten weiter zu trainieren. „Die Zeit reicht für mich nicht mehr aus. Ich hatte das Gefühl, der Mannschaft nicht mehr helfen zu können, also habe ich mich an die Abteilungsleitung gewandt“, erklärte Barthel, der an eine baldige Wende für das Team glaubt: „Die Jungs haben so viel Potenzial. Wenn alle fit sind, werden sie stark zurückkommen.“ Vorerst übernimmt Heißenbüttel zusammen mit Daniel von der Heyde die Betreuung, allerdings ist die Suche nach einem externen Trainer bereits gestartet. „Basti ist natürlich weiter einer von uns“, stellte Heißenbüttel fest.

    Einen Teil des Potenzials zeigten die Lilienthaler trotz der Niederlagen auch am Wochenende. In Bonn dominierten die Gäste die ersten beiden Drittel und führten nach 40 Minuten mit 4:1. Mark Oliver Bothe (9.), der sich später verletzte, Frank Brinkmann (18.), Jan Paul Gersdorf (33.), und Ole Appenrodt (38.) erzielten die Lilienthaler Tore, Janos Bröker traf für Bonn (26.). Nachdem Torben Kleinhans in 42. Minute auf 5:1 erhöht hatte, schien der Befreiungsschlag in greifbarer Nähe. Die Bonner drehten in den letzten sieben Minuten aber auf: Niklas Bröker in der 54. Minute in Überzahl, Oguzhan Aydin (56.) und Niklas Mardian (57.) brachten die Gastgeber auf 4:5 heran, ehe Routinier Jan Patocka mit zwei Toren innerhalb von zwölf Sekunden Bonn in der Schlussminute zum Sieg schoss. „Es gab zu viele hektische Aktionen von uns. Wir haben komplett die Ruhe verloren“, sagte Heißenbüttel: „Daraus müssen wir lernen.“

    Tags darauf mussten die Wölfe aber die Stärke der Red Hocks Kaufering anerkennen. Vor 200 Zuschauern in Lilienthal zeigten die Oberbayern, warum sie auch in dieser Saison ein heißer Final-Kandidat sind. Nachdem Kleinhans die Wölfe in der vierten Minute in Führung gebracht hatte, glich Nationalspieler Maximilian Falkenberger in der sechsten Minute aus. Martin Joščák in Überzahl (14.) und Marco Keß (16.) sorgten für eine 3:1-Führung für Kaufering nach dem ersten Abschnitt. Falkenberger ließ in der 28. Minute das 4:1 folgen. Als Tim Hoidis nach nur 54 Sekunden im Schlussabschnit das 5:1 schoss, schien Lilienthal bereits geschlagen. Marc Lubes (46.) und Frithjof Pfennig (54.) sorgten mit dem 2:5 und 3:5 noch einmal für Hoffung, die Gäste ließen sich den fünften Sieg im siebten Spiel aber nicht mehr nehmen. Dominik Hanic (56.), Michal Hanic im Powerplay und Marco Keß (beide 57.) machten alles klar. „Insgesamt war es keine schlechte Leistung. Wir haben im Laufe des Spiels aber abgebaut, und Kaufering hat die Freiräume genutzt“, sagte Heißenbüttel.

    Stürmer Elvis Aug war am Wochenende schon nicht mehr dabei. Der gebürtige Finne wird in der weiteren Saison nicht mehr im Kader stehen. Weder die Erwartungen des Vereins noch des Spielers hätten sich erfüllt, teilte die Abteilungsleitung mit.