Wölfe starten ohne Erfolgs-Coaches in die Saisonvorbereitung

    Lilienthal. Am vergangenen Montag starteten die Floorballspieler der Lilienthaler Wölfe in die Vorbereitung auf die Saison 2017/2018. Der zweimalige Deutsche Vizemeister will dabei erneut die Playoffs-Teilnahme ins Visier nehmen. Diesen Weg wird das Team, das nur vier Abgänge im Spielerkader zu verzeichnen hat, allerdings mit einem veränderten Trainerteam angehen.

    Der Erfolgscoach der letzten beiden Spielzeiten Remo Hubacher hat seinen Rücktritt bekanntgeben. Damit sind, auch durch den bereits vor längerer Zeit bekannten Rückzug von Daniel von der Heyde als Co-Trainer, nun beide Trainerstellen bei den Lilienthaler Wölfen vakant.

    Die Gründe für den Rücktritt von Hubacher sind keine neuen, betrachtet man das Trainer-Dasein in der Floorballszene generell. “Für mich war es eine Grundvoraussetzung, dass ich wieder mit einem Co-Trainer in die neue Spielzeit gehen kann”, erklärt Hubacher. “Dies hat vor allem etwas mit dem enormen Umfang zu tun, der als einzelne Person mit Familie und Job nicht unter einen Hut zu bringen ist. Und wenn ich nicht 100 % überzeugt von einer Sache bin, lasse ich es lieber.” Die Abteilungsleitung war schon seit mehreren Monaten auf der Suche nach einem geeigneten, neuen Co-Trainer. “Doch leider mussten unsere Wunschkandidaten bisher auch absagen”, kommentiert Abteilungsleiter Harm Otten die Suche nach Ersatz.

    Nun steht das erfolgreiche Team bislang ohne externe Trainer-Lösung in den Startlöchern zur neuen Saison. “Die Situation ist uns nicht gänzlich neu, dennoch ist sie natürlich sehr ärgerlich und auch nicht einfach in Hinblick auf die von uns gesteckten Ziele”, so Otten weiter. “Die gesamte Abteilungsleitung möchte sich jedoch zunächst einmal nochmal ganz herzlich bei Remo und auch Daniel für die großartige Arbeit in den vergangenen Spielzeiten bedanken. Das Team wurde in einer sehr schwierigen Situation, dem letzten Platz kurz vor der Rückrunde der Saison 2014/2015, übernommen und kontinuierlich verbessert und weiterentwickelt. Diese Entwicklung endete sogar in zwei Vizemeisterschaften hintereinander, der Teilnahme am europäischen EuroFloorball Cup und dem erstmaligen Einzug ins Pokal final4 inklusive eines nicht unerheblichen Kaderumbruchs vor der letzten Saison. Die Abgänge erfahrener Spieler wurden durch die Integration von jungen Talenten sehr gut kompensiert und haben zum Erfolg beigetragen. Dem allem gebührt unser größter Respekt!”

    Den Vorbereitungsstart werden die Wölfe nun zunächst planmäßig mit vielen Physiseinheiten beginnen. “Das gesamte Team wird nun noch enger zusammenrücken müssen”, stellt Otten fest. Die aktuelle Lösung beinhaltet die Einbindung eines Spielertrainergespanns bestehend aus Mark-Oliver Bothe und Janos Bröker, welches die Trainingsinhalte bestimmen wird. André Heißenbüttel, Abteilungsleiter und ehemaliger Bundesligaspieler, wird zudem den athletischen Part zusammen mit Physiotherapeut Michael Rothgeber übernehmen. Günter Frese führt den Posten des Teammanagers fort. “Unter den gegebenen Umständen ist das für den Moment aus unserer Sicht die beste Lösung. Wir denken, dass wir mit Olli und Janos zwei sehr erfahrene Spieler für die Trainingsgestaltung finden konnten, die das Team entsprechend leiten können. Zusammen mit dem weiteren Betreuerteam sehen wir positiv der Vorbereitung entgegen. Wir sind aber natürlich weiterhin auf der Suche nach einer externen Lösung in verschiedenen Sportbereichen und sowohl national als auch international”, so Otten.

    Auch der TVL-Vorstand um den Vorsitzenden Reinhard Schülke blickt zufrieden in die Vergangenheit und optimistisch in die Zukunft: “Remo Hubacher und Daniel von der Heyde, einer von außen, der andere Floorballspieler der ersten Stunde im TVL, bildeten ein nahezu perfektes Trainergespann, dem es in den letzten beiden Jahren gelang, mit den ‘Wölfen’ nahezu unerwartbare sportliche Erfolge zu erzielen. Dafür hier noch einmal Glückwunsch und Dank. Der TVL-Vorstand setzt nun alle Hoffnung in das neue Trainerteam, Ähnliches erreichen zu können.”